Werk - Gedanken

Seit 2007 arbeite ich mit dem uralten Werkstoff Beton. 

Als lebendiges Naturmaterial mit seiner visuellen und durch Begreifen erfühlten Ausstrahlung, bietet er mir unendliche gestalterische Möglichkeiten. Dabei inspiriert mich seine archetypische und organische Seite, und, viel mehr noch, ihm mit Formgebung, Struktur und Bearbeitung eine Seele zu geben und zu den eigentlichen Bedeutungen von Materie zu finden. Oft finden sich an den Endpunkten offene Fugen, feine Risse oder Nahtstellen, die den Entstehungsprozess in seiner von der Perfektion abgewandten Arbeitsweise verdeutlichen. 

Im Jahr 2012 entdeckte ich den Bronzeguss. 


Und ich setzte fort und verfeinerte, was von Anbeginn mein zentrales Thema ist: Die Darstellung des menschlichen Körpers. 

Zumeist wird er stehend in leicht angedeuteter Bewegung gezeigt. Ein Werk, das spannungsvolle, meist weibliche Körperproportionen als Torso formuliert, ein Menschenbild, das mit Fülle und Reduktion zugleich spielt. Figuren, deren Kopf und Gliedmaßen fehlen, oder nur angedeutet sind, wobei teilweise auch der Rumpf, das vitale Zentrum, das bei einem Torso meistens eine geschlossene Form bildet, bei den Plastiken aufgebrochen, durchtrennt ist. Licht und Schatten können so durch sie hindurch ziehen. 

Meine fragmentierten Menschenbilder entziehen sich der schnellen Blicke. Es geht mir nicht um eine einfache Darstellung von Objekten, sondern um den Ausdruck ihres Wesens. Das in sich Ruhen ist nicht meine Sache. Die „Gestalten“ – im Wortsinn, sind keine rudimentären Reflexionen von Wirklichkeit, sondern vielmehr vitale Wesenheiten. 


In archaisierender Kargheit auf das Wesentliche beschränkt, verstärkt sich ihre Poesie. 

In ihrer Eigenart erschließen sie sich oftmals erst dem, der sie im Umkreis ihrer Vorbilder wahrzunehmen und darin ihre Individualität zu entdecken vermag.